Unter dem Motto „Therabi“ feierte die Handelslehranstalt (HLA) Bühl gestern Abend im festlich geschmückten Bürgerhaus „Neuer Markt“ die Abiturientinnen und Abiturienten des Jahrgangs 2026. 62 Absolventinnen und Absolventen des Wirtschaftsgymnasiums wurden von der Schule entlassen — ein Anlass für festliche Stimmung, persönliche Würdigungen und ausdrücklich viel Wertschätzung gegenüber den Lehrkräften.
Schulleiter Michael Lebfromm begrüßte Eltern, Gäste, Schüler und Kollegium und betonten gleich zu Beginn die Freude über das kollektive Bestehen: Alle 62 Abiturientinnen und Abiturienten haben ihre Prüfungen erfolgreich bestanden — „egal durch welche Lernstrategie“, so Lebfromm. Mit 7 herausragenden Leistungen ( Schnitt von 1,0 bis 1,7) und 14 gute Leistungen ( Schnitt von 1,8 bis 2,2) gab es somit sogar für über ein Drittel zahlreiche Preise und Lobe. Lebfromm hob hervor, dass Lernerfolge nicht nur von Methoden, sondern oft auch von der Persönlichkeit abhängen. Mit dem bestandenen Abitur stiegen nun die Erwartungen an die jungen Erwachsenen, zugleich eröffneten sich aber auch viele neue Möglichkeiten. In seiner Rede skizzierte Lebfromm die Herausforderungen, vor denen Deutschland steht — hohe Preise, ein sich wandelnder Arbeitsmarkt, Fachkräfteengpässe, steigende Mietkosten bis hin zum Klimawandel. Gerade deshalb, so der Schulleiter, sei ein veränderter Blick wichtig: „Wir brauchen eure Motivation, eure Innovationskraft und die Bereitschaft, Dinge zu verändern.“ Abteilungsleiterin Beate Weber verabschiedete anschließend die Absolventinnen und Absolventen mit einem Appell an das verantwortungsvolle Freiheitsverständnis: Freiheit heiße nicht nur tun dürfen, was man will, sondern wiederholt neu das Schöne zu wählen und den Sinn im eigenen Handeln zu finden. Weber erinnerte mit ein wenig Humor an Freiheiten, die sich Schülerinnen und Schüler manchmal ungefragt genommen hätten — vom gelegentlichen KI-Einsatz bis zum lockeren Kommen und Gehen — und ermutigte zu verantwortungsbewusstem Umgang mit den neuen Freiheiten.
Im Anschluss überreichte das jeweilige Klassenlehrerteam die Zeugnisse an die drei Klassen. Zahlreiche Preise wurden vergeben; besonders hervorgehoben wurde die Leistung von Yanis-Marian Antonie, der mit einem Notenschnitt von 1,1 mit einem Preis gewürdigt wurde und noch weitere zahlreiche Preise erhielt. Darüber hinaus wurden über 15 weitere Sachpreise vergeben, die teilweise mit Geld dotiert sind. Der diesjähriger Träger des Scheffel-Preises ( Preis für die beste Leistung im Fach Deutsch), Sascha Kämmerer, blickte in seiner eindrucksvollen Rede zurück: „Alles begann vor 13 Jahren — unbeschwerte Zeiten; die großen Fragen waren noch nichts für uns.“ Nun stehe man am Beginn eines neuen Lebensabschnitts — erwachsen, aber noch auf der Suche nach Antworten. Mit Blick auf die unsicheren Zeiten in Europa warnte Kämmerer davor, Frieden und Freiheit als selbstverständlich zu betrachten. Umso wichtiger sei Wertschätzung für diejenigen, die kostenlose Bildung und verlässliche Fürsorge ermöglichten. Mehrfach betonten Absolventinnen und Absolventen, wie wichtig die Zeit an der HLA Bühl für ihre Entwicklung gewesen sei. Schüler erinnerten daran, dass das Bestehen des Abiturs keine Selbstverständlichkeit sei: Anfangs überwältigt von neuem Stoff und neuen Fächern, hätten viele gerade dank der persönlichen Fürsorge und der Unterstützung der Lehrkräfte die Herausforderungen gemeistert.
Der offizielle Teil endete mit stehendem Beifall für die Lehrkräfte: In zahlreichen Beiträgen dankten die Schülerinnen und Schüler den für deren Einsatz — der oft weit über das übliche Maß hinaus gegangen wäre. Sie würdigten, dass Lehrkräfte nicht nur Wissen vermittelt, sondern immer ein offenes Ohr gehabt, Vertrauen geschenkt und Zuversicht gegeben hätten.
Der informelle Abendteil verstärkte diesen Eindruck: In Danksagungen, persönlichen Geschenken, Bildern und Filmen blickten Gäste und Absolventen gemeinsam zurück. Immer wieder wurde betont, dass die HLA Bühl „eine gute Herberge“ gewesen sei — ein Ort, an dem Schülerinnen und Schüler Freundschaften schlossen, wuchsen und von Lehrkräften betreut wurden, die „für ihren Job brannten“. Auch schwierige Momente, Überforderungen und viele Klausuren seien durch gemeinsame Lösungen überstanden worden; die besondere Beziehung zwischen Schülerschaft und Lehrern blieb das zentrale Thema des Abends. So endete der Abend mit vielen herzlichen Umarmungen und dem klaren Gefühl: Die Erinnerungen an die HLA Bühl und das Engagement ihrer Lehrkräfte.




