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„Urban Farming“ blüht auch in Bühl auf – Aktion von HLA und Stadt startete in Weststadt

Tomaten, Gurken, Zucchini, Spinat – in Kübeln mitten in der Stadt? Wer den Spielplatz hinter dem Bahnhof-Parkplatz in der Weststadt besucht, kann dort seit einigen Wochen beobachten, wie Jugendliche verschiedene Gemüsesorten hegen und pflegen; inzwischen sehen zumindest einige Tomaten schon recht appetitlich aus, und wer Lust verspürt, sie zu probieren, darf dies ohne schlechtes Gewissen tun. Denn: Hinter dem Projekt der Gruppe „Global Studies“ aus der Jahrgangsstufe eins der Handelslehranstalt steht die Idee des „Urban Farming“, sprich: Nutzpflanzen werden in einer Stadt gesät und anschließend gepflegt – „für jeden und von jedem“.
Den Ausschlag für die Initiative ihrer Schüler, berichtet Lehrerin Tanja Rall, habe der Film „Tomorrow“ gegeben, der „Urban Farming“ am Beispiel von Detroit beschreibt (wo es auch entstand). „Dort wurden viele Menschen mit dem Niedergang der Industrie arbeitslos, zugleich gab es aus genau diesem Grund brachliegende Flächen. Indem man den Leuten ermöglichte, Nutzpflanzen anzubauen, erhielten sie eine sinnvolle Beschäftigung – und zugleich auch frisches Gemüse.“ Erwünscht ist laut Rall, dass jeder, der erntet, sich auch an der Pflege beteiligt, beispielsweise gießt, Unkraut zupft oder neue Pflanzen einsät. Der Film begeisterte die Schüler „total“, wie sie selbst berichten: Sie beschlossen, sich in Bühl am „Urban Farming“ zu versuchen. Rall kontaktierte daraufhin die Stadtverwaltung und stieß auf ein positives Echo; man stellte den Schülern recht spontan den Randbereich des eingezäunten Spielplatzes zur Verfügung, die Kübel stiftete der Bauhof. Und damit nicht genug: „Die Gärtnerei Müller sponserte sämtliche Pflanzen, Kompost Vogel die Erde“, berichtet Rall.
Vor rund vier Wochen pflanzten die Schüler das Gemüse dann in die Kübel und erstellten einen „Gießplan“, der per Whatsapp-Gruppe immer wieder aktualisiert wird. „Die Pflege übernehmen sie wechselweise, in ihrer Freizeit“, betont die Lehrerin, selbst überrascht vom Enthusiasmus der Schüler. „Das passt natürlich bestens zum Lehrplan, der Themen wie Ökologie und Klimawandel umfasst.“ Auch Schulleiter Michael Lebfromm findet nur Worte der Begeisterung: „Hier geht es nicht nur um einen Bildungs-, sondern auch um einen Erziehungsauftrag. Und es ist toll, wenn Unterricht mal im Freien stattfinden kann.“ Dem stimmen die Schüler natürlich zu: Finja, Jenny und Franka etwa befinden, die Aktion lasse den Schulalltag „ein bisschen mehr leben“. Sie hoffen, dass Bürger die Idee aufnehmen und fortführen – und dass es nicht zu Vandalismus kommt. „Bisher ist Gott sei Dank nichts passiert“, konstatieren sie erleichtert. Und: „Sollte niemand das Gemüse ernten, nehmen wir es mit nach Hause. Aber wir setzen darauf, dass die Leute mitmachen.“ Um eine gewisse Bürgerbeteiligung zu erreichen, haben sie Schilder neben den Kübeln angebracht, auf denen „Urban Farming“ erklärt wird. Die ganze Gruppe des bilingualen Zweigs – insgesamt 24 Schüler – sei intensiv an dem Projekt beteiligt, erzählen die Mädchen: „Wir haben sogar eine eigene Instagram-Seite.“
Ein bisschen enttäuscht sind die Schüler, weil sie von städtischer Seite bisher noch keine offizielle Rückmeldung zu ihrer bisherigen Arbeit bekamen. Aber „wer weiß“, sagt Tanja Rall: „Vielleicht kommt ja da noch etwas.“ Auf Nachfrage bei OB Hubert Schnurr dürfte nach den Sommerferien eine Bürger-Infoveranstaltung zu dem „vorbildhaften Projekt“ erfolgen. Eine möglichst hohe Bürgerbeteiligung solle eine gewisse Nachhaltigkeit des „Urban Farming“ gewährleisten, so Schnurr. Nicht nur in Detroit, sondern auch in Bühl.
(König, ABB 27.07.2017)

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